Institut für angewandte politische ökonomie

 

I. AUSGANGSLAGE


Mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch des Kommunismus vor mehr als 20 Jahren wurde das „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) und der Beginn einer dauerhaft prosperierenden und friedvollen Zukunft der Menschheit proklamiert. Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Demokratie hätten ihre Überlegenheit historisch unter Beweis gestellt und wären nunmehr die unangefochtene Basis des Zusammenlebens der Menschen und Völker.


In der Tat hatten die Reagan´sche Revolution in Amerika, die weitreichenden Reformen Thatchers in Großbritannien und Bemühungen zahlreicher europäischer Staaten um ein Zurückführen des wirtschaftspolitischen Interventionismus der Freisetzung kreativer Leistungspotentiale und der Verdichtung der internationalen Wirtschaftskooperation im Dienste der Vermehrung des Wohlstandes der Völker erfolgreich die Bahn geebnet. Auch das Konzept der Europäischen Union der 90er Jahre schien geeignet zu sein, den Triebkräften der unternehmerischen Initiative, der freiwilligen grenzüberschreitenden Kooperation und den Prinzipien von Eigenverantwortung und Freiheit verstärkt Raum zu geben.


Die sich breitmachende Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kräfte verstellte jedoch die Sicht auf eine zunächst nicht allzu augenscheinliche aber um so konsequentere Verlagerung der weltweit betriebenen Stoßrichtung der Gestaltung der Weltwirtschaft und der Weltgesellschaft. Den Prinzipien "Privatisierung" und "Liberalisierung von Märkten" wurden die Prinzipien "grenzüberschreitende Harmonisierung der Wirtschafts- und Sozialgesetzgebung" sowie "zentrale Regulation und Normierung möglichst aller Lebensbereiche" beigestellt und mit großer politischer Energie verfolgt. Nicht nur die mondial agierenden supranationalen Einrichtungen (WTO, IWF, WB) waren und sind in dieser Hinsicht aktiv; besonders die Europäische Union betreibt mittlerweile längst eine Politik, in der formale Privatisierungsschritte mit dem Omni-Kompetenzanspruch zentralist-ischer Politik und ihres Primats gegenüber den Entscheidungsfindungen des Marktes scheinbar harmonisch verbunden werden.


Und während die veröffentlichte Meinung die Veränderungen der nationalen und internationalen Wirtschaftsgefüge als Ausdruck "neoliberaler" Ideologie qualifizierte, vollzog sich eine schleichende, aber nachhaltig wirkende Transformation der internationalen Wirtschaftsgesellschaft von einer - zumindest teilweise - marktwirtschaftlich geprägten Ordnung zu einem völlig neuartigen Gesellschaftstyp, in dem sich individuelle Profitinteressen mit zentralistischen Planungsabsichten und politischer Verfügungsgewalt über Schlüsselressourcen, sowie mit antitraditionellen kulturellen Veränderungswünschen verzahnen.


Diese Verzahnung vollzieht sich auf vielen Ebenen (Subventionswesen, Lobbying, Personalauswahl, semistaatliche Agenturen, Beteiligungspolitik, Infrastrukturbereich usw.) und bringt vielfach supranational operierende Großunternehmungen hervor, die keineswegs als "Privatbetriebe" bezeichnet werden können. Es ist daher völlig unstatthaft, das Gesamtgefüge der Wirtschaft, die sich in dieser Metamorphose ergibt, als "kapitalistisch" zu bezeichnen oder mit den Ideen des Liberalismus in Verbindung zu bringen. Denn obwohl es nicht selten gerade die mittleren und unteren sozialen Schichten sind, die unter diesem Prozess zu leiden haben, muss zugegeben werden, dass der wirtschaftlich-politische Komplex unserer Tage deutlich sozialistische Züge trägt. Nachdem es nicht wirklich letztgültig beantwortet werden kann, ob in diesem System die Wirtschaft die Politik oder die Politik die Wirtschaft dominiert und in Dienst nimmt -  und dies überdies realpolitisch auch belanglos ist - ist es angezeigt, die neue Qualität des sich abzeichnenden Totalitarismus mit einem neuen Begriff zu belegen. Für diesen Zweck wird hier das Wort "Neosyndikalismus" vorgeschlagen.


Das damit charakterisierte Konzept der Verheiratung von Politik und Wirtschaft zum Schaden der Bürger offenbart sich besonders, wenn man den Keim bzw. das Nervensystem dieses Gefüges - das Geld- und Finanzsystem - einer vorurteilslosen Analyse unterzieht. Geld ist zweifellos ein Produkt staatlicher und supra-staatlicher Zwangsbewirtschaftung, womit die Ideologie einer öffentlichen Verantwortung bzw. Obsorge für das Geld und seine Hervorbringung verbunden ist. Gleichzeitig jedoch spielt der Bankensektor und der Bereich monetärer Intermediatoren in der Geldemmission eine quantitativ dominierende und drastische Rolle. Das Ergebnis dieses unkontrollierten Zusammenspiels zwischen öffentlichen und profitorientierten Einrichtungen ist die Hervorbringung eines Hybridgeld-Mechanismus, in dem zwar hemmungslos monetäre Expansion betrieben wird, aber niemand für den Erhalt der Qualität des Geldes und der Umlaufsmittel verantwortlich ist bzw. gemacht werden kann. Konsequenterweise hat sich daraus eine Zerstörung der Geldfunktionen und eine Deformation der Realwirtschaft ergeben.


Für nüchterne Beobachter und Analytiker der Wirtschaftsgesellschaft ist die momentane Krise der Weltwirtschaft keine Überraschung, sondern eine notwendige Folge jahrzehntelanger politischer Fehlleistungen.



II. GRUNDAUSRICHTUNG EINER ANTWORT-STRATEGIE



Die oben skizzierten Destruktionserscheinungen sind nicht zuletzt auf die vollständige Absenz tiefenschichtiger wissenschaftlicher Analyse und darauf aufbaufähiger mutiger prospektiver Veränderungsvorschläge zurückzuführen. Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die eigentlich eine stabile Basis jeder wissenschaftsgestützten Politikberatung sein sollten, haben innerhalb eines sehr langen Zeitraumes eine außerordentlich bejammernswerte Entwicklung genommen. Einerseits hat der Zerfall der klassischen Politischen Ökonomie in eine hochformalisierte, meist mathematisch orientierte Ökonomik einerseits und eine oftmals ideologisierte Politikwissenschaft andererseits, eine Austrocknung der einschlägigen Forschungsparadigmen bewirkt. Weiters hat die Abhängigkeit öffentlich finanzierter ökonomischer Forschungsinstitute gegenüber ihren politischen Dienstherrn die Überbordung von tendenziösen Auftragsarbeiten und Gefälligkeitsgutachten geradezu erzwungen. Das Resultat sind Universitätsinstitute, die in Lehre und Forschung den Kontakt mit der ökonomischen und politischen Realität weitgehend verloren haben, sowie staatliche Einrichtungen, die ihre Aufgabe in erster Linie in der Beschwichtigung der Öffentlichkeit und der Legitimation politischer Fehl-Entscheidungsträger sehen.


Ein erster Schritt in die Richtung einer notwenigen Reform der Ordnungsmerkmale der nationalen und der internationalen Wirtschaft ist daher durch eine Remobilisierung analytischer und wissenschaftlicher Vitalität im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vorzunehmen. Diese ist vom ersten Augenblick weg an einer Ausrichtung an den Notwendigkeiten der Bewahrung der internationalen Wirtschaftsgesellschaft vor dem drohenden Totalzusammenbruch auszurichten. Für diesen Schritt bedarf es eines arbeitsfähigen institutionellen Rahmens, einer Orientierung an einem erfolgversprechenden wissenschaftlichen Paradigma und einer personellen Ausstattung, die den Kriterien "wissenschaftlicher Redlichkeit", "vollständiger Unabhängigkeit" und "perspektivischem Mut" gleichermaßen verpflichtet ist.


Im zweiten Schritt sind für die Ergebnisse der Arbeit - gründliche Strukturanalysen und tragfähige Konzepte - geeignete Maßnahmen der breiten Bewusstseinsbildung und der Miteinbeziehung von potentiellen Verbündeten in den Bereichen von Politik und Wirtschaft zu setzen. Nachdem dies auf authentische und effektive Weise - zumindest in der Anfangsphase - nur in engster Abstimmung mit der zuerst zu leistenden Basis- und Forschungsarbeit getätigt werden kann, muss die hier angedachte Einrichtung zumindest ab der Phase des zweiten Schrittes mit entsprechenden Kapazitäten ausgestattet sein.


III. EINRICHTUNG EINES LEISTUNGSFÄHIGEN INSTITUTES


Es wird vorgeschlagen, die in Pkt. II angedachten Funktionen im Rahmen eines neu zu gründenden Forschungs- Beratungs- und Umsetzungsinstitutes wahrzunehmen. Für die Charakterisierung der in dieser Hinsicht zu betreibenden Aufgaben würde sich die Bezeichnung "INSTITUT FÜR ANGEWANDTE POLITISCHE ÖKONOMIE" eigen. Er signalisiert die geplante Verwurzelung in der notwendigen Reintagration von ökonomisch-wissenschaftlicher Methode und politisch-realistischem Denken sowie die geplante Applikationsfähigkeit der zu erarbeitenden Konzepte und ihre Operationalisierung.


Die Proponenten dieser Idee vertreten die Überzeugung, dass die Methodologie und die reichhaltigen, sowie lebensnahen Forschungsarbeiten der ÖSTERREICHISCHEN SCHULE DER NATIONALÖKONOMIE eine wertvolles, ja unverzichtbares paradigmatisches Fundament des hier betriebenen Unterfangens bieten würde. Freilich sind auch deren Arbeiten verschiedentlich deviant missbraucht bzw. in interessen-nahen Bezügen kastriert worden. Auch ist die erforderliche Weiterentwicklung dieser Denkschule in wichtigen Bereichen unterblieben. Und schließlich lassen sich auch andere, teils verwandte, teils aus anderen Gebieten kommende, Ansätze zur Befruchtung und Entwicklung innovativer Ideen erfolgreich einbeziehen und vernetzen.


Aufbauend auf den Einsichten der "Austrian School of Economics" ist die gegenwärtige Krise überwiegend eine solche des Geldes und seiner falschen Bewirtschaftung. Eine erste - und schlicht DIE vordringliche - Aufgabe des neuen Institutes ist die tiefenschichtige Bloßlegung der Konstruktionsmängel des gegenwärtigen Geld- und Finanzsystems und der Ursachen der überfälligen Krise, sowie ihrer drohenden Ausweitung.


Unmittelbar verbunden damit geht es um die Bestimmung der Grundprinzipien eines dauerhaft funktionsfähigen monetären Sektors und um die Entwicklung einer Geldart und ihrer Schöpfungsmodalität, die dem Wunsch nach einer prosperierenden und gerechten Wirtschaftsordnung entspricht.

politische ökonomie - woher, wohin, wozu...

ÖSTERREICH - Rot-weiß-rot - ein kleines Land, das mit Friedrich August von Hayek auf dem Gebiet der Geld- und Konjukturtheorie den Nobelpreis-träger des Jahres 1974 hervorgebracht hat.  Neben Ludwig von Mises einen der herausrag-endsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Deren Erkenntnisse sollen als Basis für die wissenschaftliche Entwicklung einer Geldtheorie und des erforderlichen ordnungs-politischen Rahmens für die Zukunft dienen. Eine GERECHTIGKEITS-OFFENSIVE auf der Basis eines christlichen Wertebekenntnisses soll die Wirkkräfte der spontanen marktwirtschaftlichen Ordnung mit den Notwendigkeiten einer echten Solidargesellschaft verbinden.

Die Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 und die höchst reale Gefahr einer Weltwirt-schaftskatastrophe sind der Anlass, zur Remobilisierung der klassischen und ebenso fruchtbaren Tradition der Politischen Ökonomie. In dieser sind intellektuell Anstrengung und Abstraktionsvermögen auf der einen Seite und politische Relevanz und Praxistauglichkeit auf der anderen Seite, keine Gegensätze.

Die Studien und Publikationen des INSTITUTS FÜR ANGEWANDTE POLITISCHE ÖKONOMIE sollen nationalen und internationalen Entscheidungs-trägern unabhängig neue Konzepte zur wirtschaftspolitischen Neuausrichtung liefern.

wissenschaftliche Leitung Mag. christian zeitz

Überlegungen von

Mag. Christian Zeitz


Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für angewandte Politische Ökonomie

chr.zeitz@gmail.com

„Die Gestaltung einer freien Gesellschaft muss wieder zum intellektuellen Abenteuer, zu einem Akt der Zivilcourage werden. Wir brauchen kämpferische Denker, die der verführerischen Schmeichelei von Macht und Einfluss widerstehen können und bereits sind, sich für Ideale einzusetzen, auch wenn die Aussichten auf baldigen Erfolg noch so gering ist.“

Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, dessen Wirtschafts-Expertisen den wesentlichen Fundus für die Arbeit des Instituts liefern

„Man sollte nie so viel zu tun haben,

dass man zum Nachdenken keine

Zeit mehr hat.“

                Georg Christoph Lichtenberg

                                  (www.zitate.eu)

Zwei kurze YouTube- Videoausschnitte eines Referates von Mag. Christian Zeitz bei der Vorstellung des Buches „Wirtschaft und Ethik“ im Wiener Akademikerbund


Quote of the Week
'I believe that banking institutions are more dangerous to our liberties than standing armies. If the American people ever allow private banks to control the issue of their currency, first by inflation, then by deflation, the banks and corporations that will grow up around the banks will deprive the people of all property until their children wake-up homeless on the continent their fathers conquered.'


Thomas Jefferson 1802

 

Zitat der Woche
„Ich glaube, dass Bankeinrichtungen gefährlicher für unsere Freiheiten sind als bewaffnete Armeen. Wenn das amerikanische Volk den privaten Banken jemals gestatten wird, seine Währung erst durch Inflation und dann durch Deflation zu steuern, so werden die Banken und die in ihrem Einflussbereich gewachsenen Unternehmungen die Bevölkerung all ihres Besitzes berauben bis ihre Kinder obdachlos auf jenem Kontinent erwachen, den ihre Väter dereinst erobert hatten.“


Thomas Jefferson 1802

 
Lesen Sie die 1802 geäußerte und sich nun scheinbar erfüllende Einschätzung des Gefahrenpotenzials des Bankwesens wie eine Prophezeiung von Thomas Jefferson, des dritten Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerikahttp://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Jeffersonshapeimage_2_link_0

Mark TWAIN: "Ein Bankier ist ein Kerl, der Ihnen bei schönem Wetter einen Regenschirm 
leiht und ihn zurückverlangt, sobald es regnet."

Drastisches Video zum EU-Schuldenwahnsinn

"Wir werden niemals Inflation verhindern können, solange wir der Regierung nicht das Monopol der Geldausgabe wegnehmen. Regierungen haben uns niemals gutes Geld gegeben, ja die Begründung für das Geldausgabemonopol der Regierungen war noch nicht einmal die, sie würden uns gutes Geld geben, sondern immer nur die, sie bräuchten es zu Finanzierungszwecken. Das Ergebnis war, dass wir zweitausend Jahre lang ein Monopol hatten, das niemand in Frage gestellt hat. Wenn wir also eine freie Gesellschaft erhalten wollen, müssen wir die Demokratie neu gestalten und der Regierung das Geldausgabe-Monopol nehmen."


Interviewfilm "Inside the Hayek-Equation", World Research INC, San Diego, Cal. 1979, frei übersetzt von Roland Baader; Friedrich August von Hayek-Gesellschaft.